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Auf den Tag genau vier Jahre ist es her, dass amerikanische Truppen in den Irak einmarschierten. In den ersten Wochen schien alles einfach: Der Plan sah vor, sich von der Bevölkerung als Befreier feiern zu lassen, nachdem man den Diktator Saddam Hussein gestürzt hatte. Die Iraker sollten die Demokratie bekommen, die Amerikaner nach getaner Arbeit schnell wieder nach Hause.
Vier Jahre später ist Saddam gestürzt und hingerichtet, aber sonst ist nichts von allem wahr geworden – im Gegenteil: Moslems der zwei großen Glaubensrichtungen, Schiiten und Sunniten, schlachten sich gegenseitig ab; die USA schicken noch mehr Truppen. Natürlich seien viele froh gewesen über Saddams Sturz, sagt ein Mann in Bagdad. Das sei jedoch vorbei, weil jetzt die Gewalt das Land zugrunde richte. Aber Freiheit habe eben auch ihren Preis.
Zumindest in der Hauptstadt werde die Lage etwas besser, sagt ein sunnitischer Parlamentsabgeordneter. Das stehe aber in keinem Verhältnis zu der riesigen Zahl von Truppen. Er wisse nicht, wie lange diese Verbesserung halten werde; die vielen Soldaten aber machten aus Bagdad ein Gefängnis.
In den USA wirbt Präsident George Bush zum Jahrestag vor allem um eines: Geduld. Die verschärfte Sicherheit in Bagdad werde erst innerhalb von Monaten Erfolg bringen, nicht in Tagen oder Wochen. Aber auch die Bürger seines eigenen Landes werden kriegsmüde. Seit Tagen häufen sich wie hier vor der New Yorker Börse die Proteste gegen den Irakkrieg, in dem inzwischen mehr als dreitausend amerikanische Soldaten gestorben sind.
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