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Die Politiker hoffen auf eine Klima-Einigung in letzter Minute. Und die zahlreich angereisten Gipfel-Kritiker werden nicht müde, den Weltenlenkern ihre Mahnungen vor die Nase zu halten. “Verpflichtung zur Senkung der Kohlen-dioxyd-Emissionen im Rahmen des Kyoto-Protokolls” lautet der umstrittene Satz
Gastgeberin Angela Merkel plädiert für eine 50-prozentige Reduzierung bis 2050 – wohl wissend dass dem Präsidenten des Landes mit dem größten Schadstoff-Ausstoss immer noch seine nationale Wirtschaft näher ist als das Weltklima.
Das Ziel des ersten Abschnittes hat Deutschland erreicht – wenn auch knapper als etwa Polen oder Litauen.
Zu den größten Umweltsünder, die noch zugelegt haben statt zu reduzieren, gehören China, die Türkei und die USA.
Die Grafik macht klar, warum Merkel so dringend auf Bush einwirken will.
Der hat sich bisher strikt geweigert, das Kyoto-Protokoll zu unterzeichnen.
Er verspricht statt dessen, die USA werden sich für eine ganze Serien von Verhandlungen mit jenen Staaten einsetzen, die das meiste Kohlendioxyd produzieren – einschließlich der schnell wachsenden Volkswirtschaften wie Indien und China.
Der amerikanische Präsident versucht vor allem diese Staaten für seine Strategie zu erwärmen.
Damit kommt er aber bei den chinesischen Politikern schlecht an.
Das bevölkerungsreichste Land der Erde hat gerade seinen ersten “nationalen Klimaplan” veröffentlicht.
Dabei sagte Minister Ma Kai, der die Reform- und Entwicklungskommission des Landes leitet:
“ Es ist weder fair noch vernünftig, den Klimawandel als Entschuldigung zu benutzen, um zu versuchen, die Entwicklungsländer in ihrer Entwicklung zu begrenzen, indem man sie in ihren Bemühungen um Industrialisierung und Modernisierung behindert.”
Diese Grafik zeigt den Anteil der Länder am weltweiten C0-2-Ausstoß.
( EU – 15,3 %; Russland – 5,9 %; Japan – 5 %, Deutschland – 3 %; USA, 24,3 %; China 14,5 %).
Zu befürchten ist, dass China schon im kommenden Jahr die USA als weltgrößten CO-2-Produzenten überbieten wird.
Ann Mesnikoff vom Washingtoner “Sierra-Club “,
der Erderwärmung und Energie-Programme beobachtet, sieht in der ablehnenden Haltung von Schwellenländern wie China das Resultat des schlechten Beispiels, das die USA in Sachen Verantwortung geben.
Das kann ja nur zu der Schlußfolgerung führen, dass zuerst einmal die Industrieländer mit gutem Beispiel vorangehen müssen – und ihre bereits entwickelten umweltfreundlichen Technologien aller Welt zugänglich machen.
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