Dieser Artikel kommt aus unserem Archiv. Das Video ist leider nicht mehr verfügbar.
Ein ungewohntes Bild in Brüssel: Mindestens 35.000 Menschen demonstrierten an diesem Sonntag in den Straßen der belgischen Haupstadt. Und zwar für die Erhalt des Landes – nicht für seine Teilung. Fast noch unerwarteter sind die Rufe “België, België!”... – der Ruf nach Einheit ertönt nicht nur auf französisch – sondern auch auf niederländisch. Die französischsprachige Wallonin Marie-Claire Houard hatte die Bewegung mit einer Nachricht im internet losgetreten: “Die Flamen könnten durchaus mehr Unabhängigkeit bekommen – aber eine Teilung… – nein, das kommt nicht in Frage!” Ein anderer Demonstrant pflichtet ihr auf niederländisch bei: “Alle Flamen sollten heute auf der Straße sein!” Er wolle Madame Houard unterstützen.
Viele Transparente sind zweisprachig: “Mama ist Flämin – Papa spricht französisch” steht auf einem. Trotz Streit: die beiden Sprachgemeinschaft sind eng verbunden. Das meint auch ein weiterer Demonstrationsteilnehmer: “Ich bin mit Französisch aufgewachsen – aber mit einer niederländischsprachigen Flämin verheiratet!” Man müsse zusammenhalten. Noch ein anderer verteilt Fotokopien mit der “Brabançonne”, der belgischen Nationalhymne, in allen drei Sprachen – den auch Deutsch ist Nationalsprache.
Fast ein Halbes Jahr nach den Parlamentswahlen ist Belgien immer noch ohne Regierung. Der Grund: Die niederländischsprachigen Flamen im Norden des Landes nach mehr Autonomie – die Wallonen wollen den gemeinsamen Staat retten. Die Spekulationen über ein Auseinanderbrechen des Landes werden daher immer lauter. Ob die Demo in Brüssel das verhinden kann, muss sich zeigen…
Copyright © 2009 euronews
Top-Nachrichten und letzte Meldungen


Belgiens Neuer ist der Alte
Entscheidung über Truppenverstärkung
Irakkrieg wird untersucht
Lange Haft für Folterchef
Saab vor dem Aus
Allergiehäufung nach Schweinegrippeimpfung
Vorbereitungen auf die Hadsch
Marwan Barguti, der Wunschkandidat vieler…
Spanische Polizei nimmt “Segi”-Mitglieder fest
Licht und Schatten in UNO-Aidsbericht 




