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Am Sonntag wählen die Serben ihren Staatspräsidenten: Neun Bewerber stehen zur Wahl, aber nur zwei haben echte Chancen. Es sind die gleichen beiden wie bei der letzten Wahl: der Nationalist und EU-Gegner Tomislav Nikolic sowie der Amtsinhaber Boris Tadic.
Nikolic liegt laut Umfragen im ersten Wahlgang knapp vor Tadic. Allerdings hätten beide demnach um die zwanzig Prozent der Stimmen; es wird also noch eine Stichwahl geben.
Tadic steht im Gegensatz zu Nikolic für die Annäherung Serbiens an die Europäische Union. Einig sind sich aber beide, wenn es um das Kosovo geht: Die abtrünnige Provinz will keiner von ihnen hergeben.
Inzwischen bereitet die neue Regierung des Kosovo aber schon die einseitige Ausrufung der Unabhängigkeit vor, wird aber wohl erst noch die serbische Präsidentenwahl abwarten. Alle sollten einfach die Ruhe bewahren, sagt Vize-Regierungschef Hajredin Kuci; es gebe keinen Grund zur Panik. Man bleibe ruhig und werde so das Ziel erreichen.
Im Kosovo leben zu neunzig Prozent Albaner, die mit Serbien nichts mehr zu tun haben wollen. Die meisten EU-Staaten würden ein unabhängiges Kosovo anerkennen, ebenso die USA. Russland aber,
Serbiens wichtigster Verbündeter, droht jetzt damit,
dass das Kosovo dann international isoliert bleiben würde. Die Provinz werde niemals Mitglied der UNO oder anderer Organisationen werden.
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