
Nach Festnahme von Gaddafi-Sohn: Diplomatische Eiszeit zwischen der Schweiz und Libyen
24/07/08 08:15 CET
Schweiz
welt
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Der libysche Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi ist wegen der vorübergehenden Festnahme seines Sohnes in der Schweiz verärgert – und hat Vergeltungsmaßnahmen eingeleitet. Gaddafis Sohn Hannibal war zusammen mit seiner schwangeren Frau am vergangenen Dienstag festgenommen worden. Das Paar soll zwei Hausangestellte körperlich misshandelt haben. Hannibal Gaddafi bestreitet die Vorwürfe, musste aber dennoch zwei Tage ins Gefängnis. Seine Frau wurde in einem Krankenhaus festgehalten. Nach Zahlung einer Kaution von mehr als 300.000 Euro kamen die beiden frei und reisten umgehend ab. Eigentlich hatte Hannibal Gadafis Frau in Genf ihr Kind zur Welt bringen wollen.
Der Sprecher des Departements für auswärtige Angelegenheiten, Jean-Philippe Jeannerat, sprach von einer außergewöhnlichen Situation. “Ich kann mich an keinen ähnlichen Vorfall erinnern”, sagte er. “Man kann durchaus von einer Krise sprechen. Darum haben wir eine Delegation nach Tripolis entsandt, um eine Eskalation zu verhindern.” Denn die Affäre belastet die Beziehungen zwischen Bern und Tripolis schwer. Schweizer Unternehmen in Libyen wurden aufgefordert, ihre Büros zu schließen. Libyen berief Geschäftsträger und Delegationen aus der Schweiz ab und erteilt Schweizer Bürgern keine Visa mehr. Die Versorgung der Schweiz mit Öl aus Libyen soll aber dennoch nicht gefährdet sein.
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