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Italien steht offenbar vor milliardenhohen Entschädigungszahlungen an Libyen. Wie der Sohn des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi, Saif al-Islam mitteilte, wollen sich beide Länder in den kommenden Wochen über eine Entschädigung für die Kolonialzeit einigen. Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi sagte, ein “Freundschaftsvertrag” könne Ende August unterzeichnet werden.
Rom soll unter anderem eine Küstenautobahn und Minenräumungen finanzieren. Berlusconi will seinerseits erreichen, dass beide Länder gemeinsame See-Patrouillen gegen illegale Einwanderer durchführen.
Die koloniale Vergangenheit belastet das bilaterale Verhältnis. Vor zwei Jahren kam es vor dem italienischen Konsulat in Bengasi zu Ausschreitungen, nachdem ein römischer Minister ein T-Shirt mit einer Mohammed-Karikatur getragen hatte. Mindestens zehn Menschen wurden getötet.
Libyen wurde seit 1911 von Italien kontrolliert, 1951 wurde es unabhängig. Nach der Machtübernahme durch Gaddafi 1969 ließ dieser Italiener ausweisen und enteignen. Heute ist Rom der wichtigste europäische Handelspartner Libyens.
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