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Nach dem Ölboykott gegen die Schweiz droht Libyen mit weiterer Vergeltung. Die staatliche Schifffahrtsgesellschaft hatte die Lieferungen gestoppt. Auch bekommen Schweizer keine Visa für Libyen mehr.
Auslöser war die vorübergehende Festnahme des jüngsten Gaddafi-Sohnes und dessen schwangerer Frau letzte Woche in Genf. Sie sollen Angestellte misshandelt haben.
Ein Sprecher des Schweizer Außenministeriums versuchte, die Wogen zu glätten. Zum Boykott gebe es eine Pressemitteilung mit Ankündigungen, aber keine offizielle Information an die Schweiz.
Medienberichten zufolge droht Libyen außerdem damit, seine Bank-Depots in der Schweiz aufzulösen.
Sorge bereitet in Bern aber jetzt vor allem das Schicksal zweier inhaftierter Geschäftsmänner. Die Anklage wegen Verstoßes gegen die Einreisebestimmungen scheine fragwürdig, so der Sprecher, die Beiden hätten in Libyen gelebt. Ihre Situation sei dramatisch, sie würden wie illegale Einwanderer behandelt und müssten sich eine Zelle mit zwanzig Mitgefangenen teilen.
Der Sohn des libyschen Machthabers Gaddafi ist offiziell Berater der Schifffahrtsgesellschaft. Wütende Mitarbeiter verlangten in Tripolis eine Entschuldigung vor der Schweizer Botschaft und dem Außenministerium. Dort bemühte sich eine Berner Delegation um Vermittlung; Ergebnisse sind unbekannt.
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