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Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg hat ein französischer Staatschef des Massakers von Maillé gedacht. Nicolas Sarkozy legte einen Kranz nieder in dem Dorf unweit der Stadt Tours, wo deutsche Soldaten am 25. August 1944 ein Viertel der Einwohner – über 120 Menschen – getötet hatten.
Frankreich habe “einen moralischen Fehler” begangen, erklärte der Präsident bei der Gedenkfeier, indem es das Verbrechen jahrelang ignoriert habe. Er sei gekommen, um diesen Fehler im Namen der ganzen Nation wieder gut zu machen.
In Maillé – aber auch im 130 Kilometer entfernten Ort Oradour – hatten im Zweiten Weltkrieg die nationalsozialistischen Besatzer ein Blutbad angerichtet – aus Rache für Akte der Résistance. Während Oradour aber zu einem Mahnmal für den Schrecken der Nazi-Herrschaft und den Widerstand wurde, geriet das kleinere Dorf Maillé in Vergessenheit: Nicht zuletzt weil der Tag des dortigen Massakers mit dem gefeierten Tag der Befreiung von Paris zusammen fällt.
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