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Vor dem Hintergrund von Meinungsunterschieden in wichtigen Fragen hat in Marseille ein Gipfeltreffen zwischen der Europäischen Union und Indien begonnen. Indiens Regierungschef Manmohan Singh und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy als derzeitiger EU-Ratsvorsitzender wollten dennoch den Willen zu engerer Zusammenarbeit bekräftigen, sagten Diplomaten.
Die Beziehungen zwischen Indien und der Europäischen Union seien im Hinblick auf den Handel von strategischer Bedeutung, sagte Sarkozy. Er sei mit dem indischen Ministerpräsidenten übereingekommen, die Diskussionen zwischen den beiden Seiten zu beschleunigen und ein bilaterales europäisch-indisches Abkommen über den freien Warenverkehr auszuhandeln. Die EU ist vor China der wichtigste Handelspartner Indiens.
Differenzen bestehen im Bereich des Klimaschutzes: Indien lehnt den Wunsch der EU ab, sich zum Ziel einer weltweiten Halbierung des CO2-Ausstoßes bis 2050 zu bekennen. Singh betonte, es müsse um eine “faire Lastenverteilung” gehen, die “jedem Bürger des Planeten ein gleiches Recht auf die Ressourcen der Atmosphäre” gewähre.
Sarkozy gab der Sorge der EU Ausdruck nach den Ausschreitungen gegen Christen in indischen Unionsstaaten, die von der hinduistischen BHP regiert werden. Zugleich würdigte er die entschiedene Reaktion des indischen Ministerpräsidenten. Dieser betonte, Indien sei ein säkularer Staat: In seinem Land lebten Menschen verschiedener Rasse und Religion zusammenlebten, sagte Manmohan Singh, der als Sikh einer religiösen Minderheit angehört. Er ist der erste Sikh im Amt des indischen Regierungschefs.
Singh betonte, die indische Verfassung garantiere allen Bürgern Indiens die Freiheit und das Recht, ihre gewählte Religion frei auszuüben und zu verbreiten. Die EU und Indien wollen auch Kooperations-Möglichkeiten bei der zivilen Nutzung der Atomenergie prüfen. Doch dem Vertrag über die Nichtverbreitung von Atomwaffen will Indien noch immer nicht beitreten.
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