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Litauen will das umstrittene Atomkraftwerk Ignalia bis Ende 2009 am Netz lassen. Nach offiziellen Angaben wurde das Ergebnis der Volksabstimmung über die Zukunft des Reaktors zwar als ungültig gewertet, weil sich weniger als 50 Prozent der Stimmberechtigten daran betiligten. Allerdings hätten seien mehr als 91 Prozent der abgegebenen Stimmen für eine Verlängerung der Laufzeit gewesen. Nach einer Vereinbarung mit der Europäischen Union soll das zu Sowjetzeiten gebaute Kernkraftwerk, das 75 Prozent des litauischen Strombedarfs deckt, bis 2009 komplett abgeschaltet werden. Litauen ist 2004 zusammen mit seinen baltischen Nachbarn Lettland und Estland der EU beigetreten. Bei der ersten Runde der Parlamentswahlen in Litauen hat das Oppositionslager wie erwartet gewonnen. Die Vaterlandsunion des konservativen Spitzenkandidaten Andrius Kubilius lag nach Auszählung fast aller Stimmen mit 19,6 Prozent vorn. Die Sozialdemokraten von Regierungschef Gediminas Kirkilas kamen demnach auf fast 12 Prozent. Beim zweiten Wahlgang am 26. Oktober wird über die zweite Hälfte der 141 Sitze in Litauens Parlament in einer Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten entschieden. Die Möglichkeiten für eine neue Regierungskoalition gelten als völlig offen.

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