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Frankreich liefert die wegen Mordes verurteilte Ex-Terroristin Marina Petrella vorerst nicht nach Italien aus. Die 54-Jähre liegt seit langer Zeit im Krankenhaus. Sie gilt als schwer depressiv und selbstmordgefährdet. Der Elyséepalast bestätigte den Verzicht auf die Auslieferung. Grund sei der schlechte Gesundheitszustand der ehemaligen Mitgliedes der linksextremistischen Roten Brigaden. Überbracht hat die Nachricht Petrella Präsidentengattin Carla Bruni. Ihre Schwester, die Schauspielerin Valeria Bruni-Tedeschi, sagte, sie habe sich bei Nicolas Sarkozy persönlich dafür stark gemacht, dass Petrella aus humanitären Gründen nicht ausgeliefert wird. Die Reaktionen in Italien waren unterschiedlich. Der Grünen-Politiker Paolo Cento bezeichnete es angesichts des Geundheitszustandes Petrellas als zivilisierte Geste von Präsident Sarkozy. Die Familien der Terroropfer sollten alle auf der Seite des Staates und Gesetzes stehen, Rache habe keinen Sinn, man müsse die dunklen Jahre hinter sich lassen. Andere Politiker reagierten empört auf die Ankündigung. Olga D’Antona von den oppositionellen Demokraten, deren Ehemann 1999 von den Roten Brigaden erschossen worden war, sagte, die Haltung von Sarkozy zeuge von mangelndem Respekt für die italienische Regierung. Frankreich sei ein Zufluchtsort für viele italienische Terroristen. Die Ex-Terroristin war 1993 nach Frankreich geflohen und hatte sich dort eine neue Existenz aufgebaut. Sie gehört zu einer Gruppe von zwölf wegen Gewaltverbrechen verurteilten ehemaligen Mitgliedern der Roten Brigaden, deren Auslieferung Italien beantragt hat. Die Roten Brigade werden für rund 15.000 Anschläge in Italien in den 70er und 80er Jahren verantwortlich gemacht.
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