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Auch im Libanon wird ein neues Parlament gewählt. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen beziehungsweise ein knapper Sieg der vom Iran und Syrien unterstützten schiitischen Hisbollah-Bewegung zeichnet sich ab. Beobachter erwarten jedoch eine Neuauflage der Regierung der nationalen Einheit, in der Hisbollah und das pro-westliche sunnitische Lager zusammenarbeiten. Gut 50.000 Sicherheitskräfte sind im Einsatz, um Zwischenfälle zu verhindern.
Zudem überwachen mehr als 200 ausländische Wahlbeobachter das Votum, darunter 100 der EU, wie der Chef der Mission erklärt: “Wir decken landesweit gut zwanzig Prozent der Wahllokale ab. Ich halte das für ausreichend, um eine Vorstellung von dem zu bekommen, was abläuft. Bislang sieht soweit alles normal aus.”
Saad al-Hariri, Sohn des ermordeten Ministerpräsidenten Rafik al-Hariri und Anführer des anti-syrischen sunnitischen Bündnisses, das bei den Parlamentswahlen 2005 die Mehrheit erlangte, würde bei einer Niederlage lieber in die Opposition gehen.
Die schiitische Hisbollah, die nach der jüngsten Staatskrise im vergangenen Jahr ein Vetorecht im Kabinett durchsetzte und an der Regierung der nationalen Einheit beteiligt ist, strebt eine weitere große Koalition an. Die Schiiten stellen die Mehrheit in der Bevölkerung.
Entscheidend dürfte das Votum der Christen sein, die zwischen beiden großen Lagern gespalten sind. Offizielle Ergebnisse der Wahl werden an diesem Montag erwartet. Viele Libanesen fürchten danach Ausschreitungen zwischen Anhängern beider Blöcke.
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