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Dem mutmaßlichen KZ-Aufseher und Naziverbrecher John Demjanjuk kann der Prozess gemacht werden: Ein medizinisches Gutachten erklärte den 89-Jährigen nun für verhandlungsfähig; pro Tag könne er drei Stunden am Prozess teilnehmen. Schon bald könnte Anklage erhoben werden. Vor knapp zwei Monaten war Demjanjuk aus den USA nach Deutschland ausgeliefert worden. Seither war er in der Krankenabteilung des Münchener Gefängnisses Stadelheim.
Der gebürtige Ukrainer soll wegen Beihilfe zum Mord an 29.000 Juden vor Gericht gestellt werden. Ihm wird vorgeworfen, Aufseher im Konzentrationslager Sobibor gewesen zu sein, und die Menschen in die Gaskammern getrieben zu haben.
1988 war der gebürtige Ukrainer in Israel zum Tode verurteilt worden. damals hielt man ihn für den berüchtigte Treblinka-Massenmörder “Iwan der Schreckliche” – was sich später als falsch herausstellte. Demjanjuk konnte in die USA ausreisen, wo er seit kurz nach Kriegsende lebte. Schon damals bestand der Verdacht, dass er im Lager Sobibor tätig gewesen war. Dafür war aber war er nicht ausgeliefert worden und nicht angeklagt gewesen. Sobibor war ein reines Vernichtungslager. Historiker schätzen das in den Jahren 1942 und 1943 dort zwischen 150.000 bis 250.000 Juden sowie Sinti und Roma ermordet wurden.
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