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Am Sonntag wählen die Bulgaren ein neues Parlament. Dabei gilt es als ausgemacht, dass die erst vor zwei Jahren gegründete konservative Partei “für eine europäische Entwicklung” die regierenden Sozialisten aus dem Amt jagen wird. Spitzenkandidat und Hauptstadtbürgermeister Bojko Borissow kündigt einen strengen Kampf gegen die Korruption an, mit der viele Bulgaren den derzeitigen Ministerpräsidenten Sergej Stanischev in Verbindung bringen. Dessen sozialistische Partei steuert auf eine herbe Niederlage zu. Aber viele Bulgaren denken gar nicht mehr daran, ihre Stimme abzugeben. Der Hauptgrund dafür ist die Korruption, die sie einerseits an der Staatsspitze vermuten und die sie andererseits im Wahlkampf sehen: Zu größten Befürchtungen bei der Wahl zählt der massive Stimmenkauf: In manchen Regionen sollen Kandidaten umgerechnet zwischen 10 und 50 Euro pro Wählerstimme bieten. In anderen Fällen wurde eine warme Mahlzeit oder gar eine Ration Drogen geboten.
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