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Knapp sieben Millionen Bulgaren sind heute aufgerufen ein neues Parlament zu wählen. Es ist die erste Parlamentswahl seit dem EU-Beitritt des Balkanlandes. Alle Umfragen deuten auf einen Regierungswechsel hin. Die regierenden Sozialisten von Ministerpräsident Sergei Stanichev werden wegen vieler Affären einen Denkzettel erhalten.
Zur Abschlußkundgebung der Sozialisten auf dem Alexander-Newski-Platz kam eigens aus Russland Wladimir Putins Lieblingsband “Ljube”.
Die bisher nicht im Parlament vertretene bürgerliche GERB-Partei des Sofioter Bürgermeister Bojko Borissow als Spitzenkandidaten wird nach allen Umfragen die Wahl klar gewinnen. Sie hatte sich den Kampf gegen die weit verbreitete Korruption auf die Fahnen geschrieben. Gegner werfen dem einstigen Leibwächter des kommunistischen Ex-Diktators Todor Schiwkow Verbindungen zum organisierten Verbrechen vor.
Die Partei der türkischen Minderheit ist seit mehr als zwanzig Jahren ala Juniorpartner in verschiedensten Koalitionen an der Macht. Zwei ihrer Minister waren in Korruptionsskandale verwickelt.
Bulgarien macht die Wirtschaftskrise schwer zu schaffen. In Seebädern wie Pomorie am Schwarzen Meer ist der Bauboom Vergangenheit. Wenn das Land nicht rasch einschneidende Sparmaßnahmen ergreift, warnen Wirtschaftswissenschaftler, besteht die Gefahr, daß es den Internationalen Währungsfond um Hilfe bitten muß.
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