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Der Skandal um die britische Sonntagszeitung “News of the World” schlägt immer höhere Wellen. Ihre Reporter zapften die Mobiltelefone Tausender Prominenter an, wie die liberale Zeitung “The Guardian” bereits gestern berichtet hatte. Dazu zählten der frühere Vize-Regierungschef John Prescott, der Sänger George Michael, die Schauspielerin Gwyneth Paltrow und nicht zuletzt der Londoner Bürgermeister Boris Johnson. Von der Regierung in London hieß es, der Fall werfe ernste Fragen auf, Scotland Yard will jedoch keine Ermittlungen einleiten. Untersuchungen hätten ergeben, dass in der Mehrzahl der Fälle nicht genügend Beweise dafür vorlägen, dass die Mobiltelefone angezapft worden seien, so der Vize-Chef von Scotland Yard, John Yates. Die Personen, bei denen sich das nachweisen ließe, seien von der Polizei kontaktiert worden. Auch der Sprecher des Oppositionschefs David Cameron, Andy Coulson, gerät in die Kritik, denn er war während einer der nachgewiesenen Abhörfälle verantwortlicher Redakteur bei “News of the World”. Dass Zeitungen die Privatsphäre durch Abhöraktionen verletzten sei illegal, so Cameron. Er habe Coulson eine zweite Chance gegeben. 2007 war einer der Redakteure zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden, weil er die Handys dreier Angestellter des Königshauses geknackt hatte. Die Verlagsgruppe, die dem Medienzaren Rupert Mordoch gehört, hatte damals von einem Einzelfall gesprochen.
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tags: Großbritannien, Justiz, Medien
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