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Der wegen Völkermordes angeklagte frühere Serbenführer Radovan Karadzic will an diesem Dienstag erstmals seinen Boykott des Verfahrens unterbrechen und an der Verhandlung teilnehmen. Karadzic boykottiert seinen Prozess vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag seit dessen Eröffnung am 26. Oktober. Der Vorsitzende Richter O-Gon Kwon sagte, Karadzic habe dem Gericht in einem Brief erneut mitgeteilt, er nehme weiterhin nicht an der eigentlichen Verhandlung teil, weil er nicht genügend Zeit habe, sich auf seine Verteidigung vorzubereiten.
Zugleich machte der einstige Präsident der bosnischen Serbenrepublik und Oberkommandierende der Streitkräfte klar, er hoffe, es werde eine Lösung geben, die einen fairen Prozess ermögliche. Axel Hagedorn, Anwalt der “Mütter von Srebrenica”, forderte einen Pflichtverteidiger für Karadzic. Es sei an der Zeit, dass das Gericht eine Entscheidung treffe, sagte er. Ansonsten werde man diese Spielchen wohl weiterspielen und niemals zu einem Urteil finden.
Karadzic ist in elf Punkten wegen Völkermordes, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen während des Bosnienkrieges 1992-1995 angeklagt, dem etwa 100.000 Menschen zum Opfer fielen.
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tags: Bosnien-Herzegowina, Kriegsverbrechen, Radovan Karadžić
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