Dieser Artikel kommt aus unserem Archiv. Das Video ist leider nicht mehr verfügbar.
Berlin Alexanderplatz.
Am 4. November 1989 drehte sich hier die Weltzeituhr auch schon am gleichen Ort.
Im Zentrum der DDR-Hauptstadt war sie ein beliebter Treffpunkt, an dem sich so schön träumen ließ von den fernen Orten, deren Uhrzeit da angezeigt wurde…..und die ein DDR-Bürger erst im Rentenalter würde besuchen dürfen.
Aber immer mehr Leute im eingemauerten Staat wollten nicht nur reisen sondern auch alle Rechte wahrnehmen, die ihnen ihre Verfassung versprach.
Ihnen dem Volk. Also riefen sie – zunächst Montags in Leipzig
“Wir sind das Volk”
Der 4. November 1989 war ein Samstag, da hatten viele Menschen Zeit. Diese auf einer Protestdemonstration zu verbringen, dazu hatten Künstler aufgerufen. Es ging um die Artikel 27 und 28 der Verfassung, das waren die Artikel zur Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit.
1.53
Diese “Sozialistische Protestdemonstration” war offiziell genehmigt.
Und bei dieser genehmigten Veranstaltung kamen Redner mit unterschiedlichen, ja gegensätzlichen Meinungen zu Wort.
Unter ihnen der Berliner SED-Chef Günter Schabowski. Der versuchte die Sympathie der Leute für Michael Gorbatschow auch für den neuen SED-Chef Egon Krenz zu nutzen, der zwei Wochen zuvor den alten Erich Honecker abgelöst hatte.
Schabowski sagte:
“Liebe Berliner, uns macht hoffnungsvoll der Schulterschluß zwischen Krenz und Gorbatschow…..”
Die Menge antwortete erst mit einem Pfeifkonzert, dann mit dem Spruch :“Wer hat diesen Mann gewählt?”
Der Mann aus dem mächtigen Politbüro hatte keine Chance mehr, Gehör zu finden.
Die Leute wollten echte Reformen.
Einer sagte nach dieser mehr als drei Stunden andauernden Protestdemonstration mit 27 Rednern von SED bis Opposition:
“Das war die größte freie Meinungsäußerung , die es in der Geschichte der DDR gegeben hat und sie hat gezeigt, wie die freie Meinung die Menschen bewegt.”
2.45 ND am Montag danach
Am Montag danach hatte sogar das “Neue Deutschland” , das Zentralorgan der herrschenden “Sozialistischen Einheitspartei” das Wort “Protestdemonstration” auf der Titelseite und
daneben den Entwurf für ein Reisegesetz –
mit dem sensationellen Satz im Artikel 2:
“Die Bürger der Deutschen Demokratischen Republik
haben das Recht, in das Ausland zu reisen.”
Drei Tage später fragte ein Journalist Günter Schabowski wie das denn jetzt realisiert werden solle…
und auf dessen Antwort hin überrannte das Volk die Mauer.
Die Berliner Mauer: de.euronews.net/1989-2009
Copyright © 2009 euronews
tags: 1989-2009, Berliner Mauer, Fall der Mauer
Weitere Artikel
Feiern zum Fall der Mauer in Berlin begonnen 09/11/09 16:34 CET
Delors: “Der Fall der Mauer war ein Schock” 30/10/09 20:37 CET
Jiri Pehe: “Wir sind die Generation nach dem Fall der Mauer. Vielleicht braucht es noch eine, bis eine demokratische Kultur entsteht.” 07/11/09 15:59 CET
Brent Scowcroft: “Mit Mauern löst man keine Probleme” 09/11/09 21:40 CET
Top-Nachrichten und letzte Meldungen


Fünfter Jahrestag der Orangenen Revolution
Fährenunglück in Indonesien
Präsidentenwahl in Rumänien
Armenien und Aserbeidschan wollen Konflikt…
Rettungsversuche für 21 Bergleute in China
Tote bei Unwettern in der Türkei
US-Gesundheitsreform nimmt erste Hürde
Libanon feiert 66. Jahrestag der Unabhängigkeit
Würdenträgertreffen im Vatikan
Große Bauerndemonstration in Madrid 




